RALLYE DU CONDROZ

RALLYE DU CONDROZ 6.-8.November

Am vergangenen Wochenende fand der letzte Lauf zur belgischen Meisterschaft rund um Huy statt. Mit von der Partie das belgisch-luxemburgische Duo David Kohnen/Martine Victor auf einem von Recce Rent angemieteten Suzuki Swift N2.

Wäre es nicht DIE Rallye du Condroz gewesen, hätten wohl viele Teams und auch Zuschauer eingepackt und wären nach hause gefahren....Chaos pur!

Warum?! 6 von 16 zu fahrenden WP’s wurden neutralisiert. Außer WP 9, wo François Duval einen heftigen Unfall hatte, gab es aber nirgends einen Grund dazu, da kein Fahrzeug die Strecke versperrte. Da fragt man sich schon was das soll, und dies bei einer eigentlichen Topveranstaltung, die dazu 900 Euro an Startgeld kostet.

Die Rallye startete schlecht, Dauerregen hatte die Prüfungen quasi überschwemmt. Die Strecken waren voll Matsch und Dreck von den 4x4 Fahrzeugen. Trotzdem führten David und Martine ihre Klasse, souverän an bis Samstagabend plötzlich die Startnummer 143, ein Citroën Saxo eigentlich gemeldet in der Klasse A6, erster in ihrer Klasse war. Durch die Registrierung im A6 hatte das Team natürlich eine niedrigere Startnummer als David und Martine im N2 mit der Nummer 179 und konnte so 4 WP’s mehr fahren als die beiden.

Dies änderte das Resultat in der Klasse extremst. Ein Beispiel: Wanze-Marneffe, WP 5, wurde 1 Auto vor David und Martine neutralisiert. Sie bekamen dort eine Zeit von 21.42.6 eingetragen, was der bis dato am schlechtesten gefahrenen Zeit im Gesamt entspricht. Team 143 konnte diese WP noch fahren in einer Zeit von 17.08.9, wogegen David und Martine diese WP abends sogar in einer 16.45.4 Zeit fuhren, Startnummer 143 in einer 17.44.3.

So erging es dem Suzuki Team in allen neutralisierten WP’s. Obwohl Martine und David in 9 von 10 gefahrenen WP’s schneller waren, insgesamt 5,4 Minuten, als der Saxo waren sie doch nur 2. in ihrer Klasse. Die Rennleitung teilte den beiden mit, dass es in Belgien nun mal eine Lotterie von den 10 schlechtesten Zeiten gäbe wenn eine Etappe neutralisiert wurde, daran wäre nichts zu ändern, die Entscheidung läge bei den Sportskommissaren welche Zeit man bekäme.

Sehr enttäuscht aber angefeuert von einem hochmotivierten Team, fuhren beide Sonntag, ohne die geringsten Probleme am Swift, jede WP schneller als ihr direkter Konkurrent auf dem Saxo. WP 1 am Morgen wurde ab dem 62. Auto für alle neutralisiert. In WP 14, Lavoir, wurden David und Martine während der Fahrt von den Streckenposten gestoppt, durch einen Unfall wäre die WP  neutralisiert. Sie leisteten den Anweisungen der Streckenposten folge und fuhren nur noch langsam bis zum Ziel, wo man den beiden keine Zeit eintrug und auf der Bordkarte unterschrieb, dass die WP annulliert wäre. Genau diese WP sorgte später für viel Aufregung. Martine sah auf dem Ergebnis, dass nur sie eine schlechte Zeit eingetragen hatten, alle nach ihnen gestarteten Fahrzeuge hatten normale Zeiten. Bei näherem Nachfragen, meinte die Rennleitung die WP wäre nie offiziell neutralisiert worden! Martine: „ Ich glaubte nicht was ich da hörte, fassungslos forderte ich meine Bordkarte mit der Vermerkung und ohne Zeiteintrag an. Man sagte mir wir wären in einer Zeit von 9.02.09 übers Flying Finish gefahren egal welche Flagge gezeigt worden wäre und was in der Bordkarte stehen würde. Offiziell gab’s keine Meldung davon. Wie aus Zufall tauchte gerade dann der Zeitnehmer auf und bestätigte meine Aussage. Trotzdem ließ man mich ohne große Anteilnahme stehen, erst als ich einen Protest schrieb ging die Diskussion dann weiter. Schlussendlich gab man uns die schlechteste Zeit unserer Klasse, eine 8.14.8. Unglaublich, dies passierte nicht auf einer Provinzrallye, sondern auf der Rallye du Condroz! “. Diese schlechteste Zeit reichte dann doch noch für einen Sieg in der N2 mit 41 Sek. Vorsprung und dem 75. Gesamtplatz.

David: „ Von den Wp’s und dem Ambiente war es die schönste Rallye, die ich jemals gefahren bin. Die Organisation hat mich schwer enttäuscht. Die vielen Annullierungen waren nicht notwendig, da keine direkte Gefahr bestand. Abgeneigt für eine erneute Teilnahme bin ich nicht, es muss aber noch etwas Zeit ins Land gehen, bis ich ein richtiges Ja gebe“.

Martine: „ Die Rallye wurde leider von dem organisatorischen Chaos überschattet. Ich bin aber trotzdem zufrieden, wir hatten ein tolles Team um uns, super Unterstützung seitens Edgar Pfeiffer, Guy Thiry und vielen Freunden. David ist ein guter Fahrer, der seinen 1. Einsatz auf belgischem Terrain, bei der wohl anspruchsvollsten Rallye Belgiens, mit Bravur gemeistert hat. Auch die Zusammenarbeit mit den beiden Steves und ihrem Service sorgte für eine tolle Stimmung.“

Das Team Fernandes / Kirfel beendete den 1 Einsatz mit dem C2R2 auf dem hervorragenden 52. Gesamtplatz. Thierry Neuville wurde auf seinem vom RACB eingesetzten C2Max sensationeller 14. im Gesamt.

   1. Tsjoen / Chevaillier            Ford Focus WRC
   2. Casier / Caesemaeker       Skoda Fabia S2000
   3. Lietaer / Dejonghe Subaru Impreza WRC

David und Martine wollen sich hiermit noch bei allen ihren Sponsoren, bei Paul, Sascha, Fréderic, Chris, Guy, Edgar, Dieter, Jos, Miriem, Sharon, Achim Georges, Mito und allen Freunden die zahlreich an der Strecke standen bedanken.